Fein geschnitten, gestampft, gesalzen und beschwert: So beginnt das Abenteuer des Krauts, das in Ton oder Holz gärt. Das richtige Verhältnis von Salz zu Gemüse steuert Osmose und Milchsäurebildung, während Temperatur und Geduld knusprige Blätter, Saftigkeit und tiefe, zitronige Frische garantieren.
Zwischen Triest, Tarvis und Bozen reisten nicht nur Waren, sondern auch Anstellgüter und Backgeheimnisse. Mikrobenkolonien passten sich Mehltypen, Höhenlage und Luftfeuchte an, prägten Krusten, Säurebögen und Aromalängen, und schenkten Bergbrot jene herzhafte, leicht rauchige Tiefe, die Speck, Käse und Öl vereint.
Frühmorgens, wenn Nebel in Mulden hängt, wird frische Milch temperiert, beimpft und eingehüllt. Joghurtkulturen bringen geradlinige Frische, Kefirkörner eine wilde, prickelnde Lebendigkeit. Zusammen ergeben sie Frühstücksschalen, die Waldhonig, Kornäpfel, geröstete Nüsse und einen Faden kräftigen Olivenöls glücklich anlächeln.
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